Juli 24

Zieletappe: ein See, zwei Königsschlösser, drei Kirchenkreuze

Am Fuß des Säulings gehen wir zunächst ein kurzes Stück an der Autobahn entlang, um dann in den Mischwald abzubiegen. In den höheren Lagen vorher hat noch der Nadelwald dominiert.

Nach einem längeren Anstieg passieren wir die unbeschilderte Grenze nach Deutschland, um dann nach steilem Abstieg auf den Alpsee zu treffen – mit Badepause und super Blick auf die Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein.

Je näher wir an Füssen herankommen, desto häufiger treffen wir auf „normale“ Touristen, die nicht wandern. Der letzte größere Aufstieg führt auf den Kalvarienberg – auf den ein eigener Kreuzweg von der anderen Seite führt. Hier sind gleich 3 Kreuze nebeneinander installiert.

Der Abstieg zum Lechfall dauert dann keine 10 Minuten mehr. Hier haben wir tatsächlich das Ende des Lechwegs erreicht, und wir beglückwünschen uns. 125 km Fußweg liegen hinter uns.

Der Fall selbst ist eigentlich ziemlich unspektakulär, da künstlich angelegt. Nachdem wir das Hotel erreicht haben setzt Dauerregen ein. Das Timing hat also optimal gestimmt!

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Juli 22

Vorletzte Etappe: Von Kuhfrisuren und Salamandern

Die Ausstellung der Kuh-Frisuren war leider schon vor 4 Jahren! Ich finde ja dass Kühe durchaus sympathisch sind – ob das wohl an der Frisur liegt..?

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Die heutige Strecke führt uns über ein hoch gelegenes Kapellchen an einem Steilhang an den Frauensee. Hier kann man sehr schön im klaren Wasser baden. Währenddessen trübt sich das Wetter ein, bis es schließlich ganz ordentlich gewittert. Die Zeit des stärksten Regens verbringen wir trocken in der Frauenseehütte bei zwei Runden Mäxle und einer gesponserten Runde Schnaps des Wirts.

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Auf der restlichen Strecke bis Pflach treffen wir in leichtem Nieselregen auf mehrere Salamander, die ganz schwarz sind und sich in der Feuchtigkeit wohlzufühlen scheinen.

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Abends drückt dann doch die Meldung des offensichtlichen Terroranschlags in München auf die Stimmung in der Gruppe.

Juli 21

Zöpfe am Auwald: 6. Etappe nach Weißenbach

Morgens erreicht uns eine Kaltfront mit Böenwalze und Regen! Zum Glück gehts heute später als üblich los, und bis wir Emil vom Naturpark Tiroler Lech treffen ist es auch schin wieder trocken. Mit Emil begehen wir das Stück im Auwald zwischen Stanzach und Forchach als Lehrwanderung. Wir lernen viel über den Wildfluss, seine Verbauung und Renaturierung, und über Flora und Fauna speziell in den Trockenauwäldern.

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Nachmittags setzen wir das vergleichsweise kurze Stück nach Weißenbach fort. Ein Highlight dabei ist die Holzhängebrücke, auf der sich maximal 5 Personen gleichzeitig aufhalten dürfen. Am Lechausee springen wir ins Wasser. Der See hat die selbe türkise Farbe wie der Lech, ist von der Temperatur aber wesentlich angenehmer – ist aber gleichzeitig glasklar.

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Juli 21

Protokoll: Flora-Fauna-Habitat – Naturschutz am Beispiel der „wilden“ Flusslandschaft

Wir treffen Emil vom Naturpark Tiroler Lech, der gleichzeitig auch Mitglied bei Natopia ist. Mit ihm begehen wir den Trockenauwald zu einer Lehr-Wanderung. Der Trockenauwald zeichnet sich durch eine sehr dünne Humusschicht aus, mit nicht wasserspeicherndem Geröll darunter.

Die Leitarten des Auwalds sind Föhre (österreichischer Begriff für Kiefer), Tamariske und Weide (Salix), aus deren Rinde früher Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin) zur Schmerzstillung gewonnen wurde.

Durch frühere Überschwemmungen des Lech wurde durch bestimmte Baumaßnahmen (Buhnen und Geröllsperren an den Zuflüssen) versucht, den Fluss zu zähmen. Jedoch nach zunehmend schweren Überschwemmungen des Lech wurde die Sachlage neu beurteilt und festgestellt, dass durch diese Baumaßnahmen der Flusspegel und damit der Grundwasserspiegel gesunken war. Dies war das Gegenteil dessen, was eigentlich erreicht werden sollte.

Aus diesem Grund wurde für die Renaturierung der Rückbau der Buhnen und der Bau einer Geschiebefalle beschlossen. Außerdem wurden die Geröllsperren der Zuflüsse wieder geöffnet.

Auf unserer heutigen Wanderung sahen wir verschiedenste Orchideen, wie zum Beispiel das seltene Wintergrün, die weiße Waldhyazinthe, das große Zweiblatt, das gefleckte Knabenkraut und die wohlriechende Händelwurz. Des weiteren sahen wir die giftigste Pflanze Europas, den blauen Eisenhut; außerdem Wacholder in Form von Bäumen und die Vitamin C-haltige Berberitze.

Was wir leider nicht beobachten konnten, waren ausgewilderte Steinadler sowie Gänsegeier. Letztere hatten sich aus anderen Naturschutzgebieten am Lech angesiedelt. Der Fluss selbst beherbergt ein kinderfressendes Monstrum namens Bluatschink, eine Art Wasserwolpertinger. Für die Dauer einer Woche seien auch zwei Exemplare deutscher Wolpertinger am Lech beobachtet worden, wie Aufnahmen belegen. Der weitere Verbleib dieser Exemplare ist unklar, Vermutungen lassen annehmen dass sie wieder ins Herkunftsland zurückgekehrt sind.

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Dieses Protokoll wurde erstellt in Co-Produktion von Annette und Björn, mit Unterstützung von Rainer

Juli 21

5. Etappe: die Bremsen haben Hochkonjunktur

Statt einer mittäglichen Einkehr machen wir heute Picknick an einem Wasserfall! Heute ist es richtig heiß, und gleichzeitig scheint sich die Anzahl der Pferdebremsen zu vervielfachen. Jedenfalls hat Annette mit ihrem Erhitzungs-Stick einiges zu tun, da jeder den ein oder anderen Biss abbekommt.

Das Picknick am Wasserfall im Halbschatten der Bäume ist es sehr angenehm. Hier entspringt das Wasser direkt aus dem Berg. Kurioserweise versiegt das Wasser laut den Einheimischen immer am selben Tag im Jahr, genauso wie er immer am selben Datum auch mit einem Knall entspringen soll.

Von dort gehts dann weiter zum Naturparkhaus in Elmen. Dieses ist als Holzhaus direkt über den Lech gebaut. Es handelt sich dabei übrigens nicht um ein natürliches Parkhaus für Autos *zwinker an Ferry*


Dort präsentiert uns die Vorsitzende des Vereins, welche Flora und Fauna hier schützenswert ist und wieso. Außerdem kriegen wir stichhaltige Antworten auf unsere Fragen. Zum Schluss bemerkt sie noch: „ihr seht aber echt richtig fertig aus“ – womit sie nicht ganz unrecht hat und was wohl vor allem der Hitze des Tages geschuldet ist (um die 30 Grad).

Für den folgenden Abschnitt bis Stanzach war geplant, den Bus zu nehmen. Angesichts der Temperaturen eine gute Idee. Mit 3 anderen Teilnehmern entscheide ich mich dann aber doch, auch die restliche Strecke zu Fuß zu nehmen. Es stellt sich heraus, dass diese letzten 11km recht einfach zu bewältigen sind. Eine Einkehr an der Strecke macht die Temperaturen erträglicher. Ich trinke einen ganzen Liter Johannisbeerschorle!

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Juli 19

4. Etappe: nach Elbigenalp

Inzwischen hat sich ein Gruppenrythmus eingestellt, mit dem wir verglichen mit den ersten Tagen zügig aber trotzdem mit Pausen vorankommen. Heute stand das erste Highlight gleich zu Beginn auf dem Programm.  Es ist eine der längsten Hängebrücken Österreichs mit etwa 200 m Länge und 110 m Höhe.  Sie wurde mit EU Geldern gefördert, und soll den Lechweg  auch bekannter machen.

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Mittagspause machen wir an der Talstation der Jöchelspitzbahn.  Hier führt ein Sessellift zum Gleitschirm-Startplatz.  Da ich meine Ausrüstung ja nicht dabeihabe beschränke ich mich aufs Beobachten der Flugschüler  und der wenigen Streckenpiloten.

In Elbigenalp beziehen wir das gefühlt beste Hotel am Platz  und haben eine interessante Diskussion mit Vertretern des Tourismus- und Marketingverbands Lechtal.

Und achja… Heute ist Bergfest – die Hälfte der Wandertage (und so in etwa wohl auch des Wegs) haben wir geschafft!

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Juli 19

Am Schrofenpass und von Zweiblättern, Akeleien und vermissten Frauenschuhen

Montag der 18te – 3. Abschnitt nach Holzgau

Frühmorgendlicher Alleingang vom Hotel zum Schrofenpass (1689m) und zurück – vor dem Frühstück und komplett ohne Gepäck. Das geht schnell, und auf dem Pass angekommen lugt gerade die Sonne hinter den höheren Bergen vor. Der Aufstieg hat sich gelohnt, die Aussicht auf die Allgäuer Alpen im Sonnenaufgang ist grandios!

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Die eigentliche Wanderetappe führt uns über Steeg nach Holzgau. Vor allem der erste Wegabschnitt führt am Hang entlang mit schattigen Wäldchen, duftenden Kräutern und toller Aussicht. Annette ist begeistert vom Blumenreichtum. So wie ich in die Luft gucke nach Wolkenbild, Windrichtung und Gleitschirmen achtet sie auf die Fauna am Boden. Nur der Frauenschuh fehlt noch auf ihrer Liste.

Unterwegs wird auch gesungen (naja, halt ohne mich ne..?) – auch Lieder von Hannes Wader *zwinker an Martin*

In Steeg besichtigen wir die Molkerei. Sehr beeindruckend wie sehr hier die Arbeit der Bauern wertgeschätzt wird, und der Laden auch augenscheinlich brummt. 56€c pro Liter Heumilch bekommen die Bauern für ihre Anlieferung.

Abends habe ich dann die erste Blase am großen Zeh. Zum Glück gibts dagegen ja Blasenpflaster! Insgesamt ist aber alles gut: die Beine und Füße spürt man halt mehr als sonst, aber Muskelkater hab ich keinen gekriegt.

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Juli 17

2. Abschnitt: bis Gehren/Warth

Heute gings mit dem vollen Rucksack weiter. Der Weg führt diesmal den Großteil weit über dem Fluss, der dort in der Klamm fließt. Nachmittags passieren wir die Grenze von Vorarlberg nach Tirol – über eine Hängebrücke.

Dann kehren wir bei Lisl in Gehren ein, die den Gehrnerhof ökologisch betreibt. 15 Stück Vieh werden jetzt im Sommer auf der Alm gehalten. Es gibt üppige Käse- und Wurstplatten. Leeeecker!

Hier der Track zur heutigen Etappe: Track 2. Etappe

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Juli 16

1. Abschnitt: von der Quelle bis nach Lech

Das Gepäck ist am ersten Tag schön leicht, da wir wieder im selben Hotel nächtigen werden. Gut für den Anfang!

Ann-Katrin und Tatjana briefen uns am Formarinsee und geben auch eine Einweisung für die Wanderstöcke. Ist ja mein erstes Mal dass ich solche benutze. Auch ein Aufgabenblatt haben sie für diesen Abschnitt vorbereitet.

Die Gruppe passt gut zusammen. Insgesamt ist das Wandertempo gemächlich, und es bleibt genug Zeit um Fotos zu machen, für Pflanzenbestimmungen und für geologische und andere Diskussionen. Grund für Eile besteht sowieso nicht.

Mittagsjause gibt es am unteren Älpele, wo schon etwas mehr als die Hälfte der Strecke zurückgelegt ist. Um 15:30 erreichen wir wieder das Hotel und sprechen danach mit „Mister Lech“, der die ursprüngliche Idee des Lechwegs als zertifizierten Wanderweg hatte und vorangetrieben hat.

Hier der Track von heute: Lechweg 1. Abschnitt

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Juli 15

11 Freunde müsst ihr sein..?

Auf dem Bahnhofsvorplatz in Füssen ist viel Betrieb, da statt der Züge nur die Busse im Schienenersatzverkehr rollen. Meine Bedenken die Gruppe in dem Durcheinander nicht finden zu können, waren unbegründet.

Durch das Erkennungsmerkmal „Rucksack zwischen 30 und 50l mit Wanderstöcken“ ist das Teilnehmerfeld schnell identifiziert. So kommen 11 TeilnehmerInnen zusammen, plus zwei Betreuerinnen. Überschaubar und weniger als auf manch organisierter Gleitschirmreise – das ist prima!

Mit dem eigens angemieteten Shuttlebus fahren wir den Lech stromaufwärts – also die Strecke, die wir uns später in der anderen Richtung erarbeiten werden. Ausblicke auf den LECH. Im Bus werden die ersten persönlichen Worte getauscht. Es ist bewölkt, teils nieselt es.

Beim Abendessen (sehr lecker mit Schlutzkrapfen!) gibt es eine Vorstellungsrunde. Tatjana und Ann-Katrin erklären, wie sie sich insbesondere den Bildungsteil der Veranstaltung vorstellen und wie sich die Teilnehmer dabei einbringen sollen. Klingt gut!

Außerdem stellt sich beim anschließenden Bier heraus, dass noch andere Gleitschirmpiloten teilnehmen. Not „the only paraglider in the village“..?

Morgen um 7 gibts jedenfalls Frühstück. Dann gehts per Bus zum Formarinsee, der als Quelle des LECH gilt, und von dort per pedes zurück nach Lech.