Januar 10

Amtoudi – erlebnisreich

Montag, 8. Januar:

Es geht ab Guelmim richtig in die Wüste (gebirgig durch den südlichen Anti-Atlas). Die Sonne wärmt wieder, doch der Wind ist tagsüber noch recht kühl.

Ich erreiche unser Tagesziel Amtoudi rechtzeitig zum gemeinsamen Aufstieg auf die Speicherburg Agadir id Aissa (aus dem 12. Jh).  Schon bei der Anfahrt erkenne ich die Burg auf der Spitze eines steilen Berges. Wenig entfernt vom Serpentinenaufstieg ist der kleine Campingplatz angelegt – beste Aussicht zu jeder Tageszeit. Wir steigen in weniger als einer Stunde hinauf und Eva führt uns durch die ausgedehnte Anlage. Die diente als Speicher und zur Sicherung von Wertsachen mit 75 verschließbaren Kammern, welche auch heute noch in Privatbesitz sind. In unruhigen Zeiten konnten sich hier viele Familien längere Zeit zurückziehen; Nahrung war gespeichert und für Wasser sorgte ein ausgeklügeltes Zisternen- und Sammelsystem. Selbst Tiere konnten so mitversorgt werden. Es gibt sogar eine kleine Sammlug von Gebrauchsgegenständen und Koranschriften auf Holzstäben zu sehen. –

Die atemberaubende Lage dieses Agadir können wir auf den Dächern der Bauten recht „hautnah“ erfahren! (Absperrungen, oder Geländer gibt es nicht)

Dienstag, 9. Januar:

Soo kalt war die klare Nacht – ich ließ meinen kleinen Heizlüfter durchlaufen, brauchte also keine Pudelmütze im Bett. Doch gegen Mittag, nach dem Frühstück sind meine Lebensgeister geweckt. Ich muss dazu bemerken, dass es nach Mitteleuropäischer Zeit erst gegen 8:00 hell wird, man also vernünftigerweise bis 9:00 liegen bleibt. Gegen 11:00 kann man etwa mit mir rechnen!

Pünktlich um 14:00 starten wir zu einer Wanderung von 3 Stunden in die Schlucht des Assif Boulgous. 

Der Esel ist mit von der Partie. Er trägt mich sogar eine kurze Strecke – gar nicht so einfach, sich auf dem schaukelnden Tier festzuhalten! Ich überlasse den Sattel bald wieder den drei Kindern unserer Gruppe.

Zuerst entlang grüner oder trockener Oasengärten (je nach Bewässerungszustand) mit vielen Palmen und Mandelbäumen. Dann auf dem ausgetrockneten Flussbett und zuletzt über mehrere Felsbarrieren hinauf zu idyllischen Wasserbecken und zu einem Wasserfall in der Schlucht. Das hier noch fließende Wasser wird in einem Kanal zur Oase geleitet. Über der Schlucht thront eine weitere Speicherburg mit sehr gut erhaltenem Mauerwerk.

Die letzte Felsstufe
paradiesisch!

Wir leisten uns ein gemeinsames Abendessen im örtlichen Restaurant. Es gibt wieder Tajine mit Ziegenfleisch, ganz ordentlich, aber nichts besonderes. Der Wirt fragt uns, ob wir Wein mitgebracht haben. Als wir verneinen, bietet er uns welchen an zu annehmbarem Preis! So pflegt man den Tourismus in Marokko – die Tür des Restaurants ist während unserer Anwesenheit abgeschlossen.



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Veröffentlicht10. Januar 2018 von OpTh75 in Kategorie "Marokko 2017/18

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