Januar 7

Richtung Sahara

Samstag, 6. Januar:

Die Nacht auf dem Campingplatz „Sidi Ifni“ in Sidi Ifni verläuft regnerisch, aber nicht so stürmisch, wie vom Wetterbericht angekündigt. Zum Wochenendmarkt auf einem riesigen Schotterplatz im Süden der Stadt bauen einige Händler bereits am Samstag Morgen ihre Stände auf. Ich decke mich mit Obst und Gemüse ein. Die Waren liegen zu Bergen geschichtet auf dem Boden, nur Plastikplanen darunter. Schwierig ist es, nur geringe Mengen zu kaufen, denn gewogen wird in der Regel mit verrosteten Balkenwaagen, für die kleinere Gewichte gar nicht vorhanden sind. Als Tourist berechnet man mir einen „Mindermengenzuschlag“ – das geht schon in Ordnung und die Ware ist sehr frisch.

Ich verlasse die Stadt und fahre durch bis Guelmim und von dort zum Thermalbadort Abeino.

Es ist kühl und windig geworden, das richtige Wetter, um sich im 38° warmem Thermalwasser aufzuwärmen. Im Thermenhaus für Männer ist das Schwimmbecken ordentlich groß, man erreicht es über eine große nach unten führende Treppe. (Für Frauen gibt es in 50m Entfernung ebenfalls ein Thermenhaus.)

Leider ist der ganze Badebereich völlig verwahrlost. Fast alle Armaturen fehlen – ein einziges Waschbecken besitzt noch seinen Wasserhahn und einen Wasserablauf. Ich sehe Männer sich im Schwimmbad mit Seife und Shampoo waschen – verständlich, denn Duschen gibt es nicht mehr. Da meinem Körper vermutlich die Imunität der Einheimischen fehlt, fällt für mich die Badekur förmlich „ins Wasser“.

 

Das Thermalwasser speist nach dem Badebereich eine kleine Oase. Ich verfolgen den Lauf des Wassers durch die Oase entlang eines Kanals. Vom Kanal zweigen Gräben ab; Erdhaufen verschließen den Wasserzulauf in die Gräben. Wer bestimmt wohl, wann ein Zulauf geöffnet oder geschlossen wird? Es gibt bestimmt spannende Geschichten über die Verteilung des Wassers.

Am Sonntag, den 7. Januar kommt die Reisegruppe nach. Da ist dann mancher enttäuscht über den Zustand des Thermenbades. Wir drei Singles, Heidi, Lutz und ich trösten uns mit einer Einkaufsfahrt ins „Marjane“. Heidi kauft sich eine Packung Putenwienerle. Doch weder kalt noch warm, mit oder ohne Senf kann sie denen etwas abgewinnen – wir haben gelacht und die Katzen vom Stellplatz bekommen den Rest.

Jetzt ist es dunkel und recht kühl. Jeder will in seinem Wohnmobil elektrisch heizen. Das ist zu viel für die eine Sicherung für 8 Wohnmobile, sie schaltet einfach ab!

Hier war’s sicher mal schön. Der Stellplatz liegt ruhig und geht in Ordnung. Doch man hört, dass Hochwasserschäden und örtliche Probleme den raschen Verfall des Campings bewirkt haben. – Morgen geht’s weiter nach Amtoudi – ich bin gespannt.



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Veröffentlicht7. Januar 2018 von OpTh75 in Kategorie "Marokko 2017/18

2 COMMENTS :

  1. By airbjorn on

    Bei den Bildern des Thermalbads dachte ich zuerst, das ist ein Lost Place – so ähnlich wie die verfallenen Anlagen von Beelitz Heilstätten :-)

    Kann man da auch ein Lagerfeuer machen um das man dann rumsteht statt der elektrischen Heizung(en)?

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  2. By Papa on

    Du hast Recht, erstaunlich aber, dass diese Gebäude noch fleißig genutzt werden (Öffnungszeit bis Mitternacht).
    Für’s Lagerfeuer ist der Platz zu klein. Ich habe nachts mit der Fernbedienung die Standheizung bedient. Das war schon hilfreich bei 6° Außentemperatur.

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