Januar 3

Silvester im Anti-Atlas


Samstag, 30. 12.:
Am Vorabend erhalten wir nicht nur die Koordinaten des Übernachtungsplatzes in Tafraoute, sondern auch Hinweise, welche der möglichen Anfahrtsrouten die schönsten Aussichten bereithält.Es geht hinauf in den Anti-Atlas, der trockener und daher in der Vegetation viel karger ist, als der Hohe Atlas. Die Straßenverhältnisse sind so gut, dass ich nebenher die Landschaft im Blick habe. Außerdem gibt es Ausweichstellen, an denen man gefahrlos anhalten kann.
Trotz der abweisenden trockenen Bergwelt sehe ich viele kleine Weiler. Manche kleben förmlich an den Berghängen, oder die Häuser drängen sich auf einer Bergkuppe. Ob sie denn auch bewohnt sind, kann ich im Vorbeifahren nicht erkennen. Oft verfallen auch die vorhandenen Lehmbauten, während daneben neu mit den heute üblichen Materialen gebaut wird.

Ein Höhepunkt der Fahrt ist die Besichtigung des Dorfes Agadir Tizourgane. Von Ferne gefällt schon die Lage auf einem markantenen steilen Hügel. Parken, Klopfen am Tor und schon werde ich für 20MAD eingelassen. Die Außenwände der ineinander verschachtelten Häusern sind mit flachen Natursteinen kunstvoll verziert. Alte Türen, geschnitzt und bemalt passen schön dazu. Man bietet Hotelzimmer an und es gibt eine Restauration auf einer Dachterrasse. Vieles ist schon perfekt restauriert, manche verfallene Ecke wartet noch darauf.

Weiterfahrt über einen windigen Pass und dann noch etwa 20km abwärts durch das Tal der Ammeln (einem Berberstamm) nach Tafraoute

Der Ort liegt in einem Talkessel, ist umgeben von Hügeln aus roten Granitsteinblöcken in den abenteuerlichsten Formen und Anordnungen. Und hinter den Hügeln erheben sich die hohen Felsberge des Anti-Atlas. Das Tal aber ist geprägt von großezügigen Palmenhainen für einen angenehmen Aufenthalt.

Sonntag, 31. Dezember:

Silvester 2017 – Besuch bei den Blauen Steinen per Pkw und Taxi. Sieht ja ganz nett aus, wenn auch die Farbe mal aufgefrischt werden könnte.

Mir gefallen die Granitfelsen besser mit dem natürlichen Farbenspiel der Rottöne.

Auf der Rückfahrt besuchen wir die Argan-Kooperative in einem schmucken Dorf mit sauberen geteerten Straßen. Christian erzählt uns, dass der derzeitige Landwirtschaftsminister aus diesem Dorf stammt – und den Ort kräftig unterstützt.

Den Nachmittag beschließen wir mit dem Besuch beim Schmalzkringelmann in Tafraoute.

Zurück in unserer Übernachtungsoase lassen wir uns das Abendessen ans Wohnmobil bringen. Es gibt Tajine, zubereitet von einer Frau aus der Ortschaft neben dem Palmenhain.

 

Die Silvesternacht begehen wir stilvoll versammelt um ein großes Feuer. Unser riesiger Vorrat an Holz und Palmwedeln reicht gerade mal die vier Stunden bis Mitternacht. Besonders die trockenen Palmwedel sorgen für dekorativen Funkenflug.

Wir leben nach Mitteleuropäischer Zeit, und begrüßen darum das Neue Jahr 2018 eine Stunde vor den Marokkanern!



Copyright 2017. All rights reserved.

Veröffentlicht3. Januar 2018 von OpTh75 in Kategorie "Marokko 2017/18

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.