Januar 5

Eine Begegnung im Anti-Atlas

Dienstag, 2. Januar 2018:
Es ist eine beeindruckende Fahrt vom Anti-Atlas hinunter nach Tiznit. Die ersten Kilometer der Landstraße sind einspurig geteert mit hinreichend breiten Schotterstreifen daneben. Es gilt wieder: „Man achtet aufeinander, und der Klügere weicht aus.“ Später, wenn die Serpentinen nach unten beginnen, ist es eine gute Passstraße, wie wir es gewohnt sind.

Unterwegs komme ich an einer auffällig großen und gepflegten Moschee vorbei, bei der mir ein Islamisches Heiligtum auffällt: Ein niederer rechteckiger Quader, überdacht mit grün glasierten Ziegeln. (Habe mal gelesen, dass solche heiligen Stätten über die Kultur der Berber speziell in Marokko entstanden sind – strenggläubige Moslems lehnen solches als Sektierertum ab.)

Da mir die Landschaft insgesamt gefällt, halte ich ein paar hundert Metern nach der Moschee an und setze mich entspannt auf einen Stein. Es kommen zwei Marokkaner vorbei, von denen einer sehr gut französisch spricht. So kann ich ihn fragen, was es mit dem Heiligtum auf sich hat. Er erklärt mir, dass es einer Frau gewidmet ist – näheres verstand ich in meiner Unkenntnis der Religion leider nicht. Er ist im übrigen der Wächter der Moschee. Der Mann ist mir sehr sympatisch. Er freut sich, dass ich ihn und seinen Begleiter ein paar km bis zu seinem Heimatort mitnehme. Und siehe da, ich werde zu einem Kaffee eingeladen – bei seinem Bruder,   der ein schmuckes Café mitten im Ort hat. Der Ort ist gepflegt und offensichtlich aufstrebend. Das bestätigt mir der Mann. Höflich und unaufdringlich begleitet er mich noch zum Auto – schade, dass ich mir den Namen des Ortes nicht aufgeschrieben habe.

Dieses eher unauffällige Heiligtum, habe ich zuvor im Anti-Atlas gesehen.

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Unsere Reisegruppe trifft sich in Tiznit auf dem Camping Municipal vor der Stadtmauer. Ein sehr angenehmer Platz, trotz der vielen Überwinterer. Der Weg in die Stadt ist kurz, Einkäufe kann man schnell erledigen, das Angebot an Lebensmitteln ist wieder umfangreicher, als im trockenen Anti-Atlas. Ich übe mal richtig Feilschen und erstehe so ein Paar weiche Lederlatschen für’s Wohnmobil (in rot, damit ich sie auch finde). Tatsächlich empfinde ich diesen Kauf nach dem Zusammenspiel der unterschiedlichen Preisvorstellungen als besonders befriedigend.



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Veröffentlicht5. Januar 2018 von OpTh75 in Kategorie "Marokko 2017/18

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