Juli 27

Danzig – seid solidarisch, Oliva – Bach wird misshandelt, Gdingen – Windjammer

Was ist denn das ECS? Meine beiden Reiseführer, obwohl neueren Datums, kennen es noch nicht, das „European Solidarity Center“. Das neue Gebäude gibt es auch erst seit 2014. Es wurde nördlich von der Rechtstadt auf dem Gelände der ehemaligen Leninwerft (Beginn der Solidarność-Bewegung 1980) errichtet.

Von Außen ein großer mit rostenden Stahlplatten verkleideter Bau, der an den Rohbau eines Schiffes erinnern soll. Im Inneren Tagungsräume, Bibliothek, Museums- und Gedenkräume sowie eine Aussichtsterrasse im 6. Stockwerk. Alles großzügig mit Atrium, Rolltreppen und Aufzügen, bewacht von kompetentem Sicherheitspersonal. Zur Ausstellung erhält man einen Audioguide, alles ist multimedial sehr gut aufbereitet. Von der Aussichtsterrasse sieht man in den Hafen und in die Werften hinein.

Die Dauerausstellung ist der Widerstandsbewegung und der Gewerkschaft Solidarność während der Jahre 1980 bis zum Zusammenbruch des Ostblocks gewidmet.

 

In der Ausstellung haben mich besonders die Zeugnisse aus der Zeit der Unterdrückung unter General Jaruzelski bewegt.

Ausgerechnet an dem Tag meines Besuchs im ECS verweigerte der Staatspräsident seine Unterschrift unter die umstrittene Gesetzesvorlage zur Rechtsreform der polnischen Regierung! Das ist doch ein Hoffnungsschimmer für den Rechtsstaat.

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Ach, die Orgel in der Kathedrale von Oliva! So verspielt dekoriert mit beweglichen Engeln, die Trompete spielen und Glocken läuten – einfach reizend.

Der Organist aber, der das Instrument spielte, hat Bach und Händel und andere derart durch das Instrument geprügelt, dass nach der gespannten Erwartung nur Enttäuschung übrigblieb. Vielleicht wollte er auch nur schnell wieder heim.

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Gdingen habe ich am Sonntag per S-Bahn in einer halben Stunde erreicht. Die Stadt lobt ihre moderne Architektur. Die blieb mir etwas verborgen bis auf diese Kirche.

 

 

 

 

An der Hafenmole ist jede Menge Zerstreuung geboten. Mich reizt das Segelschulschiff „Dar Pomorza“, das 1909 als „Prinz Eitel Friedrich“ für die deutsche Handelsmarine gebaut wurde.

Am Ende der Mole liegt das Ozeanografische Museum. Enttäuschend gegenüber demjenigen in Stralsund. Ich finde die Aquarien zu beengt für die Tiere, verstecken können sie sich da nicht.

Der Zitterwels produziert denn auch ordentliche Stromstöße (hört man im Lautsprecher).

 



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Veröffentlicht27. Juli 2017 von OpTh75 in Kategorie "Sommer 2017 mit Thomas

1 COMMENTS :

  1. By JIFAN on

    Die Burg wäre was für FAN. Seit wir aus dem Urlaub zurück sind wird die Ritterburg richtig bespielt. Norwin spielt mit seinen Geschwistern dann gerne „Markttag“ und natürlich Ritterturnier.

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