Dezember 28

Marrakesch

Donnerstag, 21. Dezember:

Auf in’s Verkehrsgetümmel dieser Großstadt. Tanger bzw. Rabat waren schon mal zum Üben ganz gut. Marrakesch bietet einige Variationen zusätzlich. Fußgänger, die überraschend die Straße überqueren, Zweiräder auf deiner Seite im Gegenangriff, dreispuriges Fahren auf zweispuriger Strecke. Meine Strategie zur Einfahrt in einen mehrspurigen Kreisverkehr: rechts bleiben, denn dann räumt mir der linke Partner den Weg in den Kreisel frei. Grundregel: wer zögert, hat verloren. Und doch, man achtet aufeinander.
Wir treffen uns auf dem Stellplatz im Stadtzentrum in Sicht- und Hörweite der Kutubya-Moschee. Ruhig gelegen und ideal zur Stadtbesichtigung – der Djamaa el-Fna ist in fünf Minuten erreicht, sodass man den Platz mehrmals zu verschiedenen Tageszeiten besuchen kann.

Ich gehe am späten Nachmittag zum Kasbah-Viertel, durch das Bab Agnaou

zu den Saadier-Gräber.

Der gute Zustand und die Qualität der Kunstwerke haben mich sehr beeindruckt.
Für den Abend hat unsere Reiseleitung ein Essen auf dem berühmten Platz Djamaa el-Fna organisiert. Unser „Lokal“ ist eines der vielen Verpflegungszelte auf dem Platz. Jedes Zelte ist spezialisiert auf bestimmte Speisen, einige für Tajine, andere für Suppen oder für Fleischgerichte.

Unseres ist eine Fischküche. Wir sitzen auf Bänken um die Küche herum. Wie schon in Moulay Bousselham geübt, essen wir die gegrillten Fische und Tintenfischringe mit den Fingern. Es schmeckte richtig gut und wir sind gerüstet für eine Platzbummel. – Ich brauche einen Espresso, den ich mir auf der Dachterrasse in einem der Restaurants, die den Platz umgeben, genehmige. Als Zugabe bekomme ich den Blick über den Platz mit einem herrlichen Sonnenuntergang geboten.

Am nächsten Morgen buchen wir eine Stadtführung, die sich leider bald zu einer Verkaufsveranstaltung entwickelt. Ich gestehe hiermit, dass ich dem gewieften Gewürz- und Heilmittelverkäufer auf den Leim gegangen bin und ein sündhaft teures Mittelchen gegen Nebenhöhlenprobleme gekauft habe. Doch als uns der Stadtführer in ein Restaurant führt und gleich noch vorschlägt, das ganze Menü zu nehmen, gelingt mir rechtzeitig vor der Bestellung die Flucht.

Den Nachmittag des Tages verbringe ich mit einem interessierten Paar unserer Gruppe nochmals in den Saadier-Gräbern, und laufe in der Dunkelheit allein durch schmale Gassen der Medina.

 

 

 

 

In einer drei Meter breiten Altstadtgasse begegnen sich gleichzeitig Fahrräder, Motorräder, Fußgänger, Müßiggänger und keiner berührt den anderen, sondern weicht noch geschickt den ausgestellen Warenbergen aus.

 

 

 

 

 

Es macht mir richtig Spaß, einer der Müßiggänger in dieser Gasse zu sein. Ich finde einen Gitarrenladen, der CDs verkauft. Der Besitzer spielt für mich einige an und ich entscheide mich für zwei, die mir gut gefallen.

 

Fazit: Marrakesch kann nochmals ein Reiseziel für mich sein. Dann würde ich mit mehr Muße über den Djamaa el-Fna gehen, einem Geschichtenerzähler länger zuhören. dann einem Gaukler zusehen, dann bei einer Musikergruppe verweilen, und so die eigenartige Stimmung in mich aufnehmen.
Am nächsten Morgen starte ich als erster unserer Reisegruppe. Ich fließe mit dem beginnenden Berufsverkehr gemeinsam mit unzähligen wuseligen Zweirädern vom Zentrum durch die Vorstädte in Richtung Essaouira. Es ist mit 4°C, oder gar weniger, recht kühl.

Jetzt wieder zurückblättern („Rabat und weiter am Atlantik“), dort nach unter scrollen, denn es geht wieder an die Atlantikküste nach Essaouira.



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Veröffentlicht28. Dezember 2017 von OpTh75 in Kategorie "Marokko 2017/18

1 COMMENTS :

  1. By airbjorn on

    Sieht ja ein bisschen nach Abenteuer aus 1001 Nacht aus. Aber dass es da sooo kalt wird hätte ich jetzt nicht vermutet..

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